Das Asante-Reich, in englischen Quellen meist Ashanti genannt, war eine bedeutende Macht im Binnenland des heutigen Ghana. Seine Hauptstadt Kumasi stand im Mittelpunkt eines politischen und wirtschaftlichen Gefüges, das weit über die Küste hinausreichte. Die Beziehungen zu den britischen Besitzungen an der Goldküste wurden durch Handel, Bündnisse, konkurrierende Ansprüche und wiederholte Kriege geprägt.
Die Expedition nach Kumasi von 1874 und der britische Vormarsch von 1895–1896 waren verschiedene Etappen dieser Auseinandersetzung. Im Januar 1896 wurde Asantehene Prempeh I. festgesetzt. Baden-Powells Bericht über diesen Feldzug verbindet den politischen Vorgang mit Beobachtungen aus dem Expeditionsalltag.
Dabei treten Bedingungen hervor, die auf einer Übersichtskarte kaum sichtbar sind: schmale Wege, Flussübergänge, Krankheit und die Arbeit der Träger. Wer die Berichte nebeneinander liest, begegnet nicht einer fortlaufenden Abenteuergeschichte, sondern unterschiedlichen Situationen zwischen Küste und Binnenland. Die historische Orientierung hilft, Personen, Ortsnamen und einzelne Märsche innerhalb der längeren Beziehungen zwischen Asante und Großbritannien zu verorten.
