Die Gefangenschaft europäischer Diplomaten, Missionare und weiterer Personen unter Kaiser Tewodros II. führte zu einer britischen Expedition nach Abessinien, dem heutigen Äthiopien. Robert Napier erhielt den Auftrag, die Gefangenen zu befreien. Das Unternehmen ging von der Küste des Roten Meeres aus und musste eine Armee durch ein bergiges Land bis zur Festung Magdala führen.
Seine Voraussetzung war eine aufwendige Verbindung von Seetransport, Straßenbau und Versorgung. Verhandlungen mit regionalen Machthabern waren ebenso wichtig wie die technische Vorbereitung. Der Marsch lässt sich deshalb nicht allein aus den abschließenden Kämpfen erklären: Wege mussten erkundet, Lasten bewegt und die Verbindung zur Küste aufrechterhalten werden.
Im April 1868 erreichte die Expedition Magdala. Die Gefangenen kamen frei; Tewodros nahm sich beim Fall der Festung das Leben. Die britischen Truppen zogen anschließend wieder ab. Berichte über Gefangenschaft, Vermessung und Vormarsch zeigen verschiedene Seiten desselben Unternehmens. Ihre Gegenüberstellung erschließt die Expedition als diplomatische Krise, technische Aufgabe und Begegnung mit der politischen Landschaft des äthiopischen Hochlands.