Mit der britischen Annexion des Punjab 1849 rückte ein vielgestaltiger Grenzraum unmittelbar an Britisch-Indien heran. Pässe verbanden die Ebenen mit Afghanistan; Gebirgstäler entzogen sich einer einfachen Verwaltung von außen. Die Nordwestgrenze war deshalb mehr als eine Linie auf der Karte. Hier überschnitten sich örtliche Herrschaft, Vereinbarungen über Wege und Geleitschutz sowie die strategischen Ansprüche größerer Staaten.
Der Feldzug in Tirah 1897–1898 gegen Afridi und Orakzai gehört zu den markanten Episoden dieser Geschichte. Britische und indische Verbände, darunter Sikh- und Gurkha-Einheiten, mussten in schwierigem Gelände zusammenwirken. Marschordnung, Sicherung der Höhen und Versorgung der Kolonnen bestimmten den Verlauf ebenso wie einzelne Gefechte.
Zeitgenössische Berichte erschließen den Grenzkrieg durch seine alltäglichen Voraussetzungen: Tragtiere, Wetter, Gelände und Nachrichten. Ältere Afghanistan-Quellen wie Florentia Sales Tagebuch gehören zur Vorgeschichte dieses Raumes, nicht zum Tirah-Feldzug selbst. Ihre gemeinsame Lektüre macht wiederkehrende Fragen sichtbar, ohne verschiedene Kriege zu einem einzigen Ereignis zusammenzuziehen.
